Foto: ASB/Weisbrod
18 Jahre nach dem Sommermärchen war Berlin wieder im Fußballfieber. 2,5 Millionen Fußball-Fans aus aller Welt wollten dabei sein, wenn in Berlin Fußballgeschichte geschrieben wird. Zusammen mit dem DRK sicherte der ASB Berlin die Spiele im Olympiastadion, dem größten der zehn EURO 2024 Stadien, sanitätsdienstlich ab.
Die Euro 2024 ist das größte europäische Fußballturnier. Zum ersten Mal seit der Wiedervereinigung richtete Deutschland vom 14. Juni bis 14. Juli die Fußball-EM der Herren aus. Millionen Fans aus aller Welt feierten zusammen mit den Berliner:innen auf der größten Fanmeile Deutschlands und in der ganzen Stadt. Hunderte von ehrenamtlichen Einsatzkräften der Berliner Hilfsorganisationen standen ihnen sanitätsdienstlich zur Seite. Ob im Olympiastadion, auf der Fanmeile vor dem Brandenburger Tor oder in der Fanzone vor dem Reichstag – bei medizinischen Notfällen leisteten die ausgebildeten Helferinnen und Helfer qualifizierte Erste-Hilfe-Maßnahmen und übernahmen die Patientenversorgung bis zum Transport ins Krankenhaus.
„Feiert mit EMpathie! Achtet aufeinander und wenn es Menschen in Eurem Umfeld nicht gut geht, leistet Erste Hilfe bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte.“, appellierten die Berliner Hilfsorganisationen bereits im Vorfeld.
Als Arbeiter-Samariter-Bund betreuten wir gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz sechs Spiele, inklusive dem Finale, am größten Austragungsort der Europameisterschaft, dem Berliner Olympiastadion. Zusätzlich unterstützten wir die EURO 2024 in der Berliner Notfallrettung mit mehreren Rettungswagen im Sonderbedarf und mit der Bereitschaft unserer Katastrophenschutzeinheiten. Die Leitung und Gesamtorganisation des Sanitätsdienstmarathons im Olympiastadion übernahm der ASB Berlin-Nordwest. Für den Regionalverband war es ein Heimspiel. Er betreut u.a. alle Spiele von Hertha BSC und das DFB Pokalfinale im Olympiastadion und hat sich als verlässlicher Partner für Veranstaltungssicherheit vielfach bewährt.
Von 120 Einsatzkräften stellten wir in jedem der sechs Spiele über 80 Samariter:innen in den verschiedensten Funktionen: Sanitäter:innen, Logistikkräfte, Verpflegungsdienst, Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) bis hin zur Führungsunterstützung und Leitung Sanitätsdienst. Insgesamt waren es 504 Einsatzkräfte in sechs Matches und umgerechnet 4.536 Einsatzstunden. Hinzu kamen sechs Vorabendtrainings mit je sieben Einsatzkräften und umgerechnet 168 Einsatzstunden. Die Einsätze im Stadion verliefen aus sanitätsdienstlicher Sicht ruhig. Insgesamt 578 Hilfeleistungen und 46 Transporte wurden durchgeführt.
„Es war eine tolle Stimmung im Olympiastadion und ein herzliches Miteinander unter uns Einsatzkräften. So macht Engagement besonders viel Spaß.“ Samariterin Sarah Korst (r.) mit Karin Richter (l.) im PSNV-Einsatz beim Gruppenspiel Niederlande-Schweiz am 25. Juni 2024. Foto: ASB / Dichtl |
Ich bin sehr dankbar für die viele geleistete Arbeit in der Vorbereitung von unseren ehrenamtlichen Einsatzkräften. Unser Katastrophenschutz bereitet sich auf eine potenzielle Großschadenslage im Olympiastadion vor. Foto: ASB / Hannibal |
Den reibungslosen Ablauf im Olympiastadion verdankt der Großeinsatz nicht zuletzt der guten Vorbereitung: „Seit 12 Monaten planen und bereiten wir dieses Großevent vor. Ich bin sehr dankbar für die viele geleistete Arbeit in der Vorbereitung von unseren ehrenamtlichen Einsatzkräften. Wir haben über Jahre unser Einsatzkonzept im Olympiastadion immer weiterentwickelt und sind nie müde geworden, uns weiter zu verbessern. Im Vorfeld der EURO haben wir außerdem intensiv auf Schulungen, Trainings und Übungen gesetzt“, so Boris Michalowski, Projektleiter EURO 2024.
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Katastrophenschutzübung zur Vorbereitung auf die EURO 2024. Die Personen, die im Bild als Verletzte dargestellt sind, wurden für die Übung geschminkt.
Fotos: ASB / Hannibal
Dazu gehörte auch unsere größte Übung für den Berliner Bevölkerungsschutz seit der Wiedervereinigung. Geübt wurde am 23. März 2024 im Olympiastadion mit allen vier Berliner ASB-Regionalverbänden sowie dem ASB-Regionalverband Ostthüringen der Einsatz bei einer Großschadenslage während einer Veranstaltung mit einem Massenanfall von Verletzten.
Projektleiter Boris Michalowski brachte es auf den Punkt: „Wir sind als Arbeiter-Samariter-Bund mehr als stolz, dass sowohl behördlicherseits als auch von Seiten der Veranstaltenden unsere Arbeit höchste Wertschätzung erfährt. Diese Wertschätzung und unser aller Dank gilt den ehrenamtlichen Einsatzkräften wie auch den hauptamtlichen Mitarbeitenden, die in unzähligen Einsatzstunden diesen gut laufenden Gesamteinsatz ermöglichen.“
Text: Melanie Rohrmann