
Schulsanitätsdienst beim ASB Berlin-Südwest:
Junge Ersthelfer:innen für mehr Sicherheit im Schulalltag
Der Schulsanitätsdienst des ASB Berlin-Südwest bringt Erste Hilfe direkt an die Schulen. Im Interview erklärt Ausbilder Michael Kahl, warum das Angebot nicht nur Leben retten kann, sondern auch Teamgeist, Verantwortungsbewusstsein und gesellschaftliches Engagement fördert.
Was motiviert Sie persönlich, Schülerinnen und Schüler im Schulsanitätsdienst auszubilden?
Ich habe bereits früher während des Studiums viel mit Kindern und Jugendlichen zusammengearbeitet. Die Arbeit ist sicher herausfordernd, aber auch ungemein bereichernd. Jungen Leute mit Interessen an dem Thema sind die dankbarsten Kurse und für mich ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit.
Welche gesellschaftliche Bedeutung hat der Schulsanitätsdienst aus Ihrer Sicht?
Andere Länder machen seit Jahren vor, was eine Sanitätsausbildung an den Schulen für eine gesellschaftliche Relevanz hat. Hier ist die Bereitschaft im Alltag Menschen in Notsituationen zu helfen deutlich höher als in Deutschland. Mit dem Schulsanitätsdienst können wir sicherlich einen kleinen, aber wichtigen Beitrag dazu leisten, das positiv zu verändern.
Wie profitieren die teilnehmenden Jugendlichen – auch über die Erste Hilfe hinaus – von ihrer Tätigkeit als Schulsanitäter:innen?
Sie erlernen neben den wichtigen medizinischen Kompetenzen vor allem auch soziale, nämlich Menschen in Notsituationen zu helfen. Darüber hinaus ist die Arbeit vollkommen analog und jenseits von digitalen Medien und Social Media.
Können Sie ein Beispiel nennen, bei dem der Schulsanitätsdienst einen echten Unterschied gemacht hat?
Am Lilienthal-Gymnasium, wo ich dieses Jahr bereits den dritten Jahrgang betreue, gab es im letzten Schuljahr zwei ernste Vorfälle, wo neben Rettungsdienst auch ein Notarzt benötigt wurde. Sie dortigen Schulsanitäterinnen waren sofort vor Ort und konnten ihren Mitschülern sehr gut und besser als klassische Ersthelfer helfen. Selbst die Übergabe an den Rettungsdienst hat vorbildlich geklappt. Das hat auch dem Lehrerkollegium noch einmal deutlich gezeigt, wie wichtig die jungen Helferinnen hier waren und sind.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Schulsanitätsdienstes an Berliner Schulen?
Mehr Unterstützung durch die Politik und Wirtschaft – sowohl materiell was die Ausstattung betrifft, als auch finanziell um die Ausbildungen durch die Hilfsorganisationen aufrechterhalten und vor allem auch ausbauen zu können.
Text: Melanie Rohrmann | Foto links: Ausbilder Michael Kahl. ASB / Ruben Hensel
Kontakt
ASB Regionalverband Berlin-Südwest e.V.
Neukölln/Steglitz-Zehlendorf/ Tempelhof-Schöneberg
