Freiwilligendienste · Interview

„Ich habe eine Leichtigkeit gefunden, entspannt mit Menschen umzugehen“

Foto: ASB / H. Lehnig

Ein Freiwilligendienst ist oft mehr als nur eine berufliche Station – er ist eine Zeit intensiver persönlicher Entwicklung. Mariella (19) hat ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in einer Kita absolviert. Im Interview mit dem Team Freiwilligendienste erzählt sie, wie sie in dieser Zeit an Selbstbewusstsein gewann, was sie über den Umgang mit Menschen gelernt hat und warum sie dem ASB auch nach ihrem Dienst treu geblieben ist.

— Wenn du auf deinen Freiwilligendienst zurückblickst: Welche Erfahrungen oder Momente haben dich besonders geprägt und warum?

Mariella: Das ganze Jahr hat mich sehr geprägt. Für einzelne Momente würde ich den ersten Tag in der Einsatzstelle im Kindergarten nennen. Am Anfang war ich noch nervös, habe mich aber auch gefreut. Wenn ich zurückblicke und nachdenke, wie sich das entwickelt hat und wie eingebunden ich nach dem Jahr war, wie meine Arbeit ein Teil meines Alltags geworden ist - diesen Vergleich zu ziehen ist eine schöne Erinnerung. Ansonsten haben mich die Seminare geprägt, vor allem das Kunst - Paket. Es waren verschiedene Angebote, du hattest deine Aufgabe, aber konntest dich von den anderen auch inspirieren lassen. Beim Graffity- Workshop hat mich begeistert, wie alle ihre eigenen Ideen zu einem großen Bild zusammenfügen konnten. Das fand ich ganz toll!

— Welche Fähigkeiten habt ihr in dieser Zeit entwickelt, die euch heute noch begleiten oder im Alltag helfen?

Mariella: Auf jeden Fall mit fremden Leuten reden! In der Kita musste ich das oft machen, zum Beispiel mit den Eltern reden, die ich anfangs gar nicht kannte - genauso wie die Kolleg:innen. Das hat mein Selbstbewusstsein gestärkt, dass ich die Menschen einfach ansprechen kann. Mir fällt es immer noch nicht leicht, aber ich bin nicht mehr unsicher, wie ich mich ausdrücke oder bestimmte Wünsche äußere. Das konnte ich im Kindergarten üben - was kann ich sagen, was kann ich nicht sagen? Manche Eltern waren ganz locker, andere wiederum empfindlich und jede Kleinigkeit wurde negativ verstanden. Ich habe gelernt, negative Rückmeldungen nicht zu persönlich zu nehmen und eine Leichtigkeit gefunden, entspannt mit Menschen umzugehen.

— Du engagierst dich weiterhin ehrenamtlich bei uns, unterstützt uns zum Beispiel bei Schulbesuchen und der Werbeaktion - was motiviert euch dazu, dranzubleiben und was gibt dir dieses Engagement persönlich zurück?

Mariella: Ich bin motiviert, weil ich die Teile des ASB, die ich kennenlernen durfte, einfach cool finde. Die Leute, die uns begleitet haben im FSJ - besonders Jette, die von Anfang an mit dabei war - sind einfach total nett. Ich freue mich, dass ich noch dabei sein kann und mich nicht verabschieden musste, das war schon schwer genug, sich in der Kita von den Kindern zu verabschieden. Ich war total froh, als Jette meinte, dass wir uns weiter engagieren können. Wir waren auch nochmal bei einem Seminar mit dabei, dafür bin ich auch dankbar - es macht einfach Spaß, es ist einfach schön!

— Wie kannst du dir vorstellen, dich auch in Zukunft beim ASB einzubringen oder weiterzuentwickeln?

Mariella: Ich möchte nach meinem Umzug schauen, welche Angebote es vom ASB in der Umgebung gibt und werde mich erkundigen, ob und wie man sich dort einbringen und vielleicht helfen kann. Neben der Flyeraktion mache ich vor allem auch privat Werbung, wenn Freund:innen einen Freiwilligendienst leisten möchten, empfehle ich regelmäßig den ASB und sage immer: Am besten nehmt ihr den ASB als Träger, weil meine Erfahrung einfach toll war!

Interview: Team Freiwilligendienste

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